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Assisi, Perugia, Orvieto: Die schönsten Städte Umbriens auf einem Blick

Assisi, Perugia, Orvieto: Die schönsten Städte Umbriens auf einem Blick

Wer einmal durch Umbrien fährt, versteht schnell, warum diese Region so oft als das „grüne Herz Italiens" bezeichnet wird. Zwischen sanften Hügeln, Olivenhainen und mittelalterlichen Bergstädten verbergen sich drei Städte, die allein schon eine Reise hierher rechtfertigen: Assisi, Perugia und Orvieto. Jede ist anders, jede ist unvergesslich — und alle drei lassen sich wunderbar als Tagesausflug von einer Ferienunterkunft in der Region unternehmen.

Assisi: Wo die Stille Geschichte trägt

Wer Assisi zum ersten Mal sieht, hält unwillkürlich inne. Die rosafarbenen Häuser aus Kalkstein, die sich den Hang des Monte Subasio hinaufziehen, das weiche Licht am frühen Morgen, die Aussicht über die weite Ebene des Tals von Spoleto — hier stimmt einfach alles.

Die Stadt ist vor allem als Geburtsort des Heiligen Franziskus bekannt, aber sie ist weit mehr als ein Pilgerziel. Die Basilika San Francesco, die seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe gehört, ist ein doppeltes Meisterwerk: oben ein luminöses Fresko-Programm von Giotto, unten eine mystische Unterkirche, in der die Gruft des Heiligen liegt. Man sollte sich Zeit nehmen — diese Bilder brauchen sie.

Die Piazza del Comune, Assisis zentraler Platz, gibt dem Besuch eine weltliche Pause: Hier steht der Tempio di Minerva, ein erstaunlich gut erhaltener römischer Tempel aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., heute eine christliche Kirche. Ein Espresso am Platz, das Gemurmel der Menschenmenge, der Blick hinunter über die Dächer — das ist die Dolce Vita in ihrer stilleren Form.

Praktisch wissenswert

Assisi ist ganzjährig beliebt, im Sommer und zu Festtagen wie dem Festa di San Francesco (4. Oktober) besonders voll. Wer die Basilika in Ruhe genießen möchte, sollte früh morgens oder kurz vor Schließung kommen. Parkplätze befinden sich am unteren Stadtrand, von dort geht es mit der Rolltreppe hinauf ins Zentrum.


Perugia: Hochburg der Kunst und des guten Lebens

Perugia ist eine echte Universitätsstadt — jung, lebendig und dabei voller jahrhundertealter Substanz. Als Hauptstadt Umbriens hat sie Größe und Weltgewandtheit, ohne dabei die typisch umbrische Bodenständigkeit zu verlieren.

Das Herz der Stadt schlägt auf der Piazza IV Novembre, einem der schönsten Plätze Mittelitaliens. Hier stehen der gotische Dom, der imposante Palazzo dei Priori und die Fontana Maggiore, ein faszinierendes Werk aus dem 13. Jahrhundert mit Reliefs von Nicola und Giovanni Pisano. Man könnte stundenlang auf den Stufen sitzen und dem Treiben zuschauen.

Im Palazzo dei Priori selbst befindet sich die Galleria Nazionale dell'Umbria — die bedeutendste Sammlung umbrischer Malerei, mit Werken von Perugino, Fra Angelico und Pinturicchio. Wer wissen möchte, warum Umbrien als Wiege der Frührenaissance gilt, findet hier die Antwort.

Perugia hat außerdem zwei Festivals, die weit über die Region hinaus bekannt sind: das Umbria Jazz Festival im Juli, das internationale Größen nach Perugia lockt, und die Eurochocolate im Oktober — ein riesiges Schokoladenfest, das die Stadt in ein duftendes Versuchslabor verwandelt.

Die unterirdische Stadt

Weniger bekannt, aber faszinierend: die Rocca Paolina, eine päpstliche Festung aus dem 16. Jahrhundert, in die eine ganze mittelalterliche Straße eingemauert wurde. Heute durchquert man sie per Rolltreppe, und die freigelegten Häuser und Gassen vermitteln ein merkwürdig zeitloses Gefühl — als würde man durch Geschichte spazieren.


Orvieto: Die Stadt auf dem Stein

Orvieto ist ein Auftritt. Die Stadt thront auf einem schroffen Tuffsteinfelsen, der sich fast senkrecht aus der Ebene erhebt — und wer von der Autobahn oder der Zugstrecke aus auf sie blickt, versteht sofort, warum diese Lage seit der Antike besiedelt wurde. Die Etrusker waren zuerst hier, dann die Römer, dann das Mittelalter.

Das absolute Herzstück ist der Dom von Orvieto, ein gotisches Meisterwerk, dessen Fassade zu den eindrucksvollsten Italiens zählt. Gold, Mosaike, filigrane Reliefs — alles funkelt in der Sonne. Innen wartet der Cappella di San Brizio mit Fresken von Luca Signorelli, die als Vorläufer der Sixtinischen Kapelle gelten.

Doch Orvieto hat auch eine Unterwelt. Unter dem gesamten Felsen verläuft ein Netz aus über 1.200 etruskischen und mittelalterlichen Grotten, Kellern und Tunneln. Geführte Touren führen durch diese stille Unterwelt — ein absolutes Highlight, besonders für Kinder.

Wein und Abend

Orvieto Classico, der trockene Weißwein der Region, ist eine weitere gute Ausrede für einen Besuch. In den Enoteken der Innenstadt lässt er sich wunderbar mit lokalen Käsesorten und Crostini verkosten. Wer den Sonnenuntergang über der Ebene vom Domplatz aus erlebt, fährt danach mit einem zufriedenen Lächeln zurück in seine Ferienunterkunft.


Drei Städte, ein perfekter Rahmen

Assisi, Perugia und Orvieto liegen alle innerhalb einer guten Fahrstunde voneinander — und von den meisten Ferienhäusern in Umbrien aus sind alle drei in unter einer Stunde zu erreichen. Das macht sie ideal für entspannte Tagesausflüge ohne Hetze.

Wer alle drei sehen möchte, sollte ihnen jeweils einen eigenen Tag gönnen. Assisi am Morgen in Stille erleben, Perugia für Museen und Stadtleben, Orvieto für Drama und Wein. Mehr braucht es manchmal nicht, um zu verstehen, warum Menschen immer wieder nach Umbrien zurückkehren.

Weitere Informationen zur Region bietet auch das offizielle Umbria Tourism Portal, das neben Städteinfos auch Wanderrouten, kulinarische Tipps und Veranstaltungskalender bereithält.